Musikdidaktische Konzeptionen

  • kostenlos € 0,- für alle
  • Startdatum02.11.2020
  • verfügbar bisUnbegrenzt
  • 8 Woche(n)2 Stunde(n)/Woche
  • Julia Wieneke
  • Creative CommonsLizenz CC BY-SA

Kursinhalt


In diesem Mooc erhalten Sie einen umfassenden Einblick in die Entwicklung von musikpädagogischen Konzeptionen im Laufe des 20. Jahrhunderts. Welche Vorstellungen von Musik - und musikalischem Lernen - haben den schulischen Musikunterricht im Verlauf des Jahrhunderts geprägt? Welche gesellschaftlichen Bedingungen haben sich besonders in der Gestaltung des Unterrichts, in der Auswahl und im Umgang mit Musik widergespiegelt?

In den einzelnen Modulen wird - mit Ausnahme des letzten Moduls - jeweils ein Schlaglicht auf eine besondere "Konzeption", bzw. auf eine bestimmte Zeitspanne gelegt. Die schulischen und gesellschaftlichen Bedingungen werden in den Blick genommen und wesentliche Ideen und Vorstellungen der Musikpädagog_innen werden vorgestellt. Die Vorstellung und Analyse der Konzeptionen wird begleitet und umrahmt von zahlreichen erhellenden, teils lustigen, teils beeindruckenden aber auch teils diskussionswürdigen Zitaten aus den Originaltexten selbst. 

Lernziele


Als Absolvent_in des Kurses können Sie

  • historische Entwicklungen des Musikunterrichts vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umstände beschreiben;
  • unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele des Musikunterrichts benennen und darüber hinaus Ihre eigenen Gedanken für Musikunterricht heute formulieren;
  • einige Autor_innen von zentralen Werken der Musikpädagogik sowie musikpädagogische Vereinigungen benennen;
  • Ihre neu gewonnenen Erkenntnisse für die kritische Analyse von Schulbuch- und Unterrichtsmaterialien nutzen und die dahinterstehenden Vorstellungen von Musik(unterricht) einordnen;
  • sich auf der Grundlage des Gelernten kompetent für oder wider bestimmte Lehrwerke, Materialien oder Unterrichtsformen im Berufsalltag entscheiden.
Wünschenswert nach Abschluss des Moocs wäre es, wenn Sie

  • Interesse an der Auseinandersetzung mit musikpädagogischer Originalliteratur entwickelt haben;
  • Elemente aus den historischen Konzeptionen gewinnbringend für Ihre eigene Unterrichtsplanung aufgreifen können;
  • eine kritische Distanz zu verinnerlichten Unterrichtsvorstellungen und -strukturen einnehmen können; 
  • in regelmäßigen Abständen immer wieder reflektieren, welche latenten Einstellungen Sie in Bezug auf Musik und musikalisches Lernen  in der Unterrichtsplanung und -praxis beeinflussen.

Vorkenntnisse


Ein Interesse an Musik, schulischem Musikunterricht und gesellschaftlichen Entwicklungen sind wichtig, um den Kurs genießen zu können. :-)

Kursablauf


Für die ersten sechs Wochen ist jeweils ein Modul zu einem Thema vorgesehen, welches aus mehreren kurzen Videos besteht. In den letzten beiden Wochen steht ein einzelnes Modul zu verschiedenen Themen im Fokus. Dazu absolvieren Sie jeweils ein Quiz und haben die Gelegenheit, die Skripte inklusive der  Literaturangaben und Zitate einzusehen.

Modul 1 steht unter der großen Überschrift Musische Erziehung und behandelt musikpädagogische Ideen und Strömungen in der Zeit von 1900 bis ca. 1952, als Adornos 'Thesen gegen die musikpädagogische Musik' veröffentlicht wurden.

Modul 2 widmet sich der Kunstwerkorientierung , die in Michael Alt Ende der 1960er Jahre ihren wichtigsten Vertreter fand.

Modul 3 stellt die Didaktische Interpretation von Musik vor, wie sie zunächst zu Beginn der 1970er Jahre von Karl-Heinrich Ehrenforth und Christoph Richter entwickelt wurde.

Modul 4 nimmt die Auditive Wahrnehmungserziehung durch die Autorengruppe um das Lehrwerk 'Sequenzen' in den Blick, die ebenfalls zu Beginn der 1970er Jahre tätig war, dabei aber vollkommen andere Einstellungen zu Musik(unterricht) vertrat.

Modul 5 beschäftigt sich mit Ansätzen der Erfahrungserschließenden und musikalisch-ästhetischen  Bildung im Musikunterricht, wie sie durch Rudolf Nykrin (1978) und Christian Rolle (1999) entwickelt wurden.

Modul 6 zeichnet die Entwicklung des Aufbauenden Musikunterrichts  nach,  einer Konzeption, die in den Jahren um die Jahrtausendwende entstand und die bis heute ein prägendes - wenn nicht sogar das prägendste - Konzept von Musikunterricht ist.

Modul 7 schließlich greift in mehreren kleineren Abschnitten Aspekte des Musikunterrichts heraus, die teils historische Wurzeln haben, aber bis in den heutigen Musikunterricht hinein wirken. Die Themen reichen dabei vom Umgang mit Pop-/Rockmusik, über Interkulturelle Musikpädagogik, Gender und Inklusion im Musikunterricht bis hin zur Weiterführung der didaktischen Interpretation in der Lebensweltorientierung und dem Klassenmusizieren.

Teilnahmebestätigung


Für die aktive Teilnahme am Kurs erfolgt bei Abschluss die Ausstellung einer automatisierten Teilnahmebestätigung, welche Ihren Benutzernamen, den Kursnamen, die Kursdauer und den Aufwand beinhalten. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich nur um eine Bestätigung handelt, die aussagt, dass die Benutzerin oder der Benutzer zumindest 75% der gestellten Selbstüberprüfungsfragen richtig beantwortet hat.

Lizenz


Dieses Werk ist lizenziert unter einer CC - gleiche Weitergabe


Julia Wieneke



Foto von Julia Wieneke

Dr. Julia Wieneke arbeitet seit 2017 als Senior Scientist an der Grazer Kunstuniversität. Derzeit leitet sie ein Forschungsprojekt des FWF und untersucht dabei die Kooperation von Lehrkräften im Musikunterricht. Ihre Dissertation verfasste sie über Kompositionsprojekte zeitgenössischer Musik an Schulen. Sie hat sechs Jahre Musik und Englisch an einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen unterrichtet, war Klassenlehrerin einer inklusiven Klasse und hat in ihrer Zeit an der Schule viele Projekte verschiedener Art initiiert und durchgeführt . Außerdem war sie zwei Jahre für die Bezirksregierung als Moderatorin in der Lehrerfortbildung tätig. 


Partner


Maximilian Gorzela studierte Schulmusik und Lehramt Deutsch in Mannheim. Neben einem künstlerischen Schwerpunkt in Chor- und Orchesterleitung legte er bereits im Studium einen Fokus auf Fragen der wissenschaftlichen Musikpädagogik. Insbesondere interessieren ihn Aspekte der musikalisch-ästhetischen Bildung und der Analyse von Musikunterricht als Machtgeschehen. Seit September 2020 ist Maximilian Gorzela als Studienrat am Immanuel-Kant-Gymnasium Leinfelden-Echterdingen tätig. Im Rahmen des Moocs hat er das komplette Skript zum Modul 5 entwickelt und geschrieben.

Foto von Maximilian Gorzela





Lena Reuter absolvierte ihr 1. Staatsexamen (Schulmusik und Romanistik/Französisch) in Mannheim und ihr Masterstudium Musikpädagogik und Gesang an der Musikhochschule Freiburg. Sie arbeitet bereits seit mehreren Jahren als Chorleiterin und Gesangspädagogin. Im Rahmen des Moocs hat sie die Module 1-4 und 6 Korrektur gelesen und wertvolle Hinweise zur Überarbeitung gegeben.